Andreas Huber ist Inhaber und Betreiber der Kaffeerösterei Huber Kaffee in Kempten. Nach 20 Jahren Angestelltendasein machte er mit der Eröffnung der eigenen Rösterei seine Leidenschaft für guten Kaffee zum Beruf. Heute versorgt Andreas zahlreiche Lebensmittelmärkte in Süddeutschland mit frischem Kaffee und ist Markenpartner des Allgäus.

Wie kam der Wechsel aus der Großindustrie zur eigenen Kaffeerösterei?

Andreas Huber: Mit dem Kaffee habe ich mir seit gut 10, 12 Jahren intensiv auseinandergesetzt. Eduscho und Tchibo habe ich dann recht zügig von der Liste gestrichen, weil zu sauer, zu bitter und dazu zu schlecht verträglich. Ich bin dann auf italienischen Kaffee gestoßen. Da gibt es einige feine Röstereien. Da habe ich mich eine Weile durchprobiert, doch ich dachte immer: Das geht doch noch ein bisschen frischer, das muss doch besser gehen. Ja und dann habe ich angefangen daheim auf dem Balkon Kaffee zu rösten.

Gestartet habe ich dabei mit einer umgebauten Popcorn-Maschine, bis ich mir aus Israel, von einer Firma, die Coffee Tech Engineering heißt, einen kleinen Handröster mit Gasheizung und Kupfertrommel gekauft habe. Mit dem habe ich dann 4 Jahre geröstet, wobei die eine oder andere Charge in Rauch aufging, Kaffeeröster hat viel mit Gespür und Erfahrung zu tun.

Die Bohnen waren aber immer für den Heimverbrauch, für Familie, Verwandte und Freunde. Die Abnehmer wurden dann aber immer zahlreicher, sodass ich irgendwann den Entschluss gefasst habe, den ungeliebten Konzern zu verlassen und eine eigene Rösterei zu eröffnen.

Nun ist Kempten ja keine große Stadt, ist der Betrieb einer Kaffeerösterei dadurch nicht zusätzlich erschwert?

Ja, das ist richtig. Allerdings gibt es hier im Allgäu viele Touristen. Zudem bin ich demnächst Markenpartner des Allgäus. Das ist quasi aus der Region für die Region. Als Markenpartner bringt man sich in die Gemeinschaft ein, das heißt wenn ich Arbeit zu vergeben habe, mache ich das alles in der Region.

Meine Kaffees vertreibe ich zudem zum Großteil über den Handel wie REWE und V-Märkte (gibt es nur in Bayern, Anm. KN), da dort das Thema Regionalität eine zunehmend wichtigere Rolle spielt. Diese Woche war ich zum Beispiel zu Promozwecken im Raum München bei der REWE-Zentrale eingeladen. Das war aber auch immer mein Ziel: Ich wollte, dass Leute, die in den Supermarkt gehen, auch die Möglichkeit haben, guten Kaffee kaufen zu können.

Und wie ist das mit der Zusammenarbeit mit REWE?

Überraschend gut! Ich habe eine persönliche Ansprechpartnerin und obwohl das Unternehmen so groß ist, gibt es sich sehr viel Mühe mit der Zusammenarbeit mit den Kleinen wie mir.

Was hat es mit dem Siegel „Pro Kaffeebauer“ auf sich?

Das ist mein eigenes, das Siegel habe ich selbst konzipiert. Ich habe mir zu Beginn gesagt, dass Fairtrade und Bio für mich keine Frage sind, dass ich meinen Kaffee außerhalb dieser Organisationen ansiedeln möchte. Das habe ich aus meiner Zeit im Konzern gelernt, Stichwort Wasserkopf. Also habe ich mir selbst überlegt: Wie kann ich kommunizieren, dass meine Kaffees direkt von kleinen Farmen stammen, von Familienbetrieben und Kooperativen. Durch meine persönlichen Kontakten zu Kaffeebauern weiß ich ja auch, dass diese sich den direkten Handel ebenfalls wünschen. Und das unterstütze ich liebend gerne, da ich ja weiß wie es dort zum Teil zugeht.

Mit welchem Röster röstest du deine Kaffeebohnen?

Ich habe einen Giesen Trommelröster aus Holland. Ich habe mich für dieses Modell entschieden, weil ich bei befreundeten Röstern schon ein paar Mal damit geröstet habe.

Giesen Röster der Kaffeerösterei Huber Kaffeee

Ein Röster mit Smiley-Front 😉

Viele Röstereien veranstalten sogenanntes Show-Rösten, bietest Du das auch an?

Nein, aktuell nicht. Ich habe zwar immer wieder diesbezügliche Anfragen, aber eigentlich mache ich das nicht. Das Rösten ist mein wichtigster Vorgang und wenn da Leute in der Rösterei herumschwirrten, wäre das nicht ideal.

Schlussfrage: Welchen Deiner Kaffees würdest Du besonders hervorheben? Welche Kombination gefällt Dir am besten?

Der Favorit meiner Filterkaffee-Kompositionen ist der Belissario. Ich mag den Kaffee wegen seiner Würze und dem leichten Zitrusgeschmack, der da mitschwingt.

Beim Espresso ist das ganz klar der Generator mit seiner Zartbitternote.


Ich bedanke mich bei Andreas Huber für die Zeit und verweise gerne nochmals auf seine Webseite, deren Kaffees ich hier verkostet habe.
Bildquellen: Huber Kaffee, Youtube.