Kaffee mehrmals benutzen? Ja bitte! Dass ich hier nicht davon spreche, abermals Wasser durch den ollen Kaffeesatz zu jagen, sollte jedem klar sein. Dass man den alten Kaffee aber nicht wegwerfen muss, beweisen zahlreiche Beispiele sinnvoler Verwendungsmöglichkeiten für alten Kaffee. Vom Katzenschreck über Peeling-Utensilie bis hin zum Dünger – hierfür kann man alten Kaffee sinnvoll nutzen:

Üble Gerüche adieu!

Rauchgeruch im Auto

Kaffee neutralisiert üble Gerüche. Besonders für Personen, die im Auto rauchen kann sich das als nützlich herausstellen: Einfach mal ein Schälchen mit dem alten Kaffeesatz von gestern in die Ablage stellen, schon sollte sich der Alte-Kippen-Mog nach und nach verflüchtigen.

Ledergeruch der Handtasche

Aber auch für die Damen unter uns ist der getrocknete Kaffeesatz eine wahre Goldgrube: Wem der Ledergeruch der neuen Handtasche nicht passt, kann diesen ganz einfach mit einem Döschen alten Kaffees vertreiben. Dieser Trick funktioniert tatsächlich und ich bin mehrfach Zeuge dessen geworden.

Plastikgeruch bei Kühlschrank, Reiskocher und Co.

Neu angeschaffte Geräte riechen in den ersten Tagen manchmal streng nach Plastik. Bevor man also den teuren Bosch-Classic-Kühlschrank zum Lüften auf den Balkon wuchtet, lohnt es sich, einfach mal ein wenig alten Kaffee für einen Tag reinzustellen.

Unerwünschte Tiere vertreiben

Kaffee ist ein Katzenschreck

Gute Nachrichten für den Verein deutscher Gartenbesitzer und leidenschaftlicher Katzenhasser e.V. (VdGlK): Katzen mögen keinen Kaffeegeruch. YES! Zu oft haben diese Biester vor den Hauseingang, den Holzstapel, die Kellertür oder in den einzigen Lüftungsschacht eines ansonsten fensterlosen Kellerzimmers geschifft! Alten Kaffeesatz großzügig an "Hotspots" ausstreuen und den ungeliebten Stubentigern adieu sagen.

Ameisen mit Kaffee vertreiben

Bleiben wir beim Thema leidiger Biester: Wer schon einmal eine kleine Ameisenkolonie unter der Terrasse hatte, weiß, worum es geht! Auch hier gilt "Klotzen noch kleckern", denn ausgestreuter Kaffee neutralisiert die Durftspuren der Ameisen. Ohne diese können sie sich nicht orientieren. Wie effektiv und nachhaltig dies auch in Anbetracht von Regen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Trinkt man jedoch einen Kaffee am Tag (30 Gramm Bohnen), hat man jeden Monat ein Kilogramm Munition.

Schnecken, Mäuse und Co.

Gleiches gilt für schleimige und haarige Freunde der Unterwelt. Kaffeesatz im Blumen- und Gemüsebeet ist bei Schnecken nicht wirklich beliebt und daher Giften bitte vorzuziehen. Auch Wühlmäuse lassen sich scheinbar vom Kaffeegeruch abschrecken: Alten Kaffeesatz in die Öffnungen dieser Quälgeister kippen soll helfen.

Alter Kaffee: Dünger erster Güte

Ein weiterer Tipp aus eigener Erfahrung: Kaffee ist ein erstklassiger Dünger und eignet sich hervorragend, die kleinen Pflanzenlieblinge wieder aufzupeppeln. Bei mir waren es kleinere Gartenpflanzen und meine Armee von Avocado-Zöglingen. Ein Esslöffel vom alten, getrockneten Kaffeesatz pro Blumentopf reichte bei mir. Dass Kaffee als Dünger taugt liegt an den darin enthaltenen Anteilen von Stickstoff, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Diese machen beim Rohkaffee circa 5% aus.

Doping für Regenwürmer

Angler und Kompost-Besitzer aufgepasst: Gebt den alten Kaffeesatz in den Komposter oder in eure Würmerfarm! Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass diese fleißigen Helferlein ganz versessen auf Kaffee sind und vor Aktivität nur so sprühen werden 😉

Kaffee-Peeling als Mittel gegen Cellulite

Um den sagenhaften Reichtum verschiedenster Möglichkeiten der Wiederverwertung alten Kaffees abzuschließen, sei hier das Kaffee-Peeling gegen Cellulite genannt. Zahlreiche Crèmes und Tübchen verschiedener Konzerne belegen die Wirksamkeit und ich war mir auch nicht zu schade, eine kleine Anleitung zusammen zu suchen:

  1. Alten Kaffee nehmen und mit Öl vermengen (Die Kräuter-Hutzel sagt: Verhältnis 1:2). Am besten natives Oliven- oder Mandelöl. Sollte klar sein 😉
  2. Einreiben und ca. 10 Minuten wirken lassen
  3. Abspülen

Für mich gibt's nun erstmal nen Kaffee. Den Satz schmeiße ich vor mein Fahrrad unter dem Balkon – ihr wisst warum!