Seien wir ehrlich: Als Allheilmittel wird Kaffee wohl niemals deklariert werden. Auch bezüglich der konsumierten Menge heißt es ja öfter: Weniger ist mehr. Aus vielerlei Richtung wird gerne darauf hingewiesen, dass durch verstärkten Kaffeekonsum das Stressniveau ansteige und die Agressivität in zwischenmenschlichen Beziehungen, zum Beispiel im Büroalltag, zunehme. Nun zeigt eine Studie an Mäusen auch positive Seiten der Hass-Liebe namens „Kaffee & Stress“.

Effekte von Kaffee bei chronischem Stress

In der Studie setzte das Team um Neurobiologin Manuella Kaster zwei Gruppen von Mäusen über drei Wochen Stresssituationen aus. Während die eine Hälfte normales Wasser erhielt, versetzten die Wissenschaftler das Trinkwasser der zweiten Testgruppe mit Koffein. Die Effekte des Dauerstresses zeigten sich bei allen Tieren: verstärkte Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit und mehr Stresshormone im Blutkreislauf. Allerdings waren die Ausprägungen bei Mäusen mit Koffein weit geringer.

Beugt Kaffee Depressionen vor?

Im Test zeigte sich, dass sich bei den Mäusen mit normalem Trinkwasser, bedingt durch den Dauerstress, an den Synapsen vermehrt Adenosin-Rezeptoren bildeten. Besonders der Hippocampus, welcher maßgeblich für die Bildung von Erinnerungen verantwortlich ist, war betroffen. Die Mäuse mit koffeinhaltigem Trinkwasser waren dagegen besser gefeit, da das Koffein den Adenosin-Rezeptor A24R blockierte.

„Besser ’ne ordentliche Ruhepause,
als ’ne pausenlose Unruhe!“

Wolfgang Kreiner

Da Dauerstress als Ursache für psychische Störungen wie beispielsweise Depression gilt, wird vermutet, dass Kaffee hierbei doch noch eine positive Rolle spielen kann und bei vermehrtem Stress negativen Folgen vorbeugt.