Unter den drei Haupttypen von Kaffeebohnen handelt es sich bei Perlbohnen um die kleinsten Vertreter des braunen Goldes. Innerhalb der letzten Jahre wurde den Perlbohnen durch ihre besondere Entstehung eine exklusive Güte zugeschrieben, über deren Rechtmäßigkeit bei Kaffeekennern Zweifel bestehen. Trotz allem lohnt es sich, einen genaueren Blick auf dieses rare Gut zu werfen und das dunkle Geheimnis der Perlbohne zu lüften.

Einzelne Bohne = doppelter Geschmack

Perlbohnen entstehen dadurch, dass sich nur eine statt zwei Kaffeebohnen in der Frucht entwickeln. Daher auch die namensgebende, runde Perlenform. Im Vergleich zu Maragogype– und Flachbohnen sind Perlbohnen aufgrund der Form und kleinen Größe relativ leicht zu identifizieren und zeichnen sich durch einen besonders intensiven Geschmack aus. Da der überwiegende Teil der Früchte an einem Kaffeestrauch zwei Bohnen beherbergt, sind Perlbohnen an sich seltener und begehrt. Vornehmlich die Früchte an den Astspitzen bilden Perlbohnen.

Vergleicht man den Preis von normalen Kaffeebohnen und Perlbohnen, sieht man oft einen deutlichen Preisanstieg. Ob dieser dem Namensschild „Perlbohne“ und dem damit suggerierten Geschmacksanstieg gerecht ist, bleibt zu bezweifeln. Das könnte auch mit dem dunklen Geheimnis der Perlbohne zu tun haben.

Die Perlbohnen-Verschwörung

Betrachtet man obige „Gleichung“, möchte man denken, dass sich sämtlicher Geschmack der üblichen zwei Kaffeebohnen einer Kirsche bei der Perlbohne nun einfach in einer sammeln. Quasi doppelt so gute Bohne, doppelt so intensiver Geschmack – möchte man meinen, wenn man dem „Alles-was-seltener-ist-muss-geil-sein“-Sprech des Kaffeemarketing glaubt.

Einzelne Bohne = doppelter Geschmack = Profit² ?

Problematisch ist die Entstehung der Perlbohne am Ende des Astes, da dort weniger Nährstoffe ankommen und folglich eine Bohne aufgrund mangelnder Versorgung verkümmert. Geschmacklich ist es demnach mitnichten so, dass die so heranreifende Perlbohne automatisch besser ist, als Flachbohnen desselben Strauchs.

Aus diesem Grund sollte man sich nicht von den vollmundigen Ankündigungen großer Röstereien beeindrucken lassen, sondern lieber dem Rat des Fachmanns um die Ecke vertrauen. Kommen Perlbohnen aus einem guten Anbaugebiet und von Sträuchern mit hoher Qualität, können sie tatsächlich eine wahre Bereicherung im Kaffee-Alltag sein.

Achja, das große dunkle Geheimnis der Perlbohnen war vielleicht(!) etwas dick aufgetragen. Sorry 😉