Jeden Tag bereite ich mir mindestens einen Kaffee zu, da spielt sich selbstverständlich irgendwann eine kleine Routine ein. An einer Kaffeemaschine den Schalter anzustellen und die anonyme Brühe zu trinken kommt bei mir nicht in Frage! Die Vor- und Zubereitung des Kaffees ist für mich mehr als nur ein Vorspiel, sondern fester Bestandteil des Kaffeegenusses.

Welcher Kaffee darf es sein?

Als aller erstes der Gang zum Kaffee-Schränkchen und die Frage: Welcher ist der Kaffee des Tages?

Der solide Standard, der Single Estate Kaffee aus Bolivien oder doch der mutige Griff zum Wiesel-Kaffee aus Vietnam? Sicherlich nicht Letzteres. Das braucht mentale wie körperliche Vorbereitung.

Meine elektrische Kaffeemühle ist schon einige Jahre alt, der Kaffeegüte nicht mehr entsprechend, aber ich kann mich einfach nicht davon trennen. Außerdem funktioniert sie noch einwandfrei und solange mir keiner eine neue schenkt, benutze ich sie weiterhin. Also rein damit und Feuer frei. Wenn es nicht mehr allzu feste scheppert geht’s mit dem Kaffeemehl dann zur French Press oder lieber: Zur Stempelkanne.

Kaffee: Zubereitung ist die halbe Miete

Den Vorgang der Kaffee-Zubereitung mag ich mittlerweile genauso gerne wie das Trinken an sich, sodass sich eine nette, routinierte Zeremonie entwickelt hat, in der ich mit einem Pinsel noch genüsslich die letzten Mehlkörnchen aus der Mühle streiche und in beschwörend kreisenden Bewegungen das nicht mehr kochende Wasser aufgieße.

Zum Kaffee gibt’s nen guten Schluck Milch und einen gestrichenen Teelöffel Zucker. Das passt mir das dann sehr gut, wobei der Zucker ja den Bitterstoffen Einhalt gebietet und die Milch die Säure mildert. Also halb so wild, falls ein Purist mal wieder schrägt guckt, wenn Du Dir das halbe Kännchen Milch in die Kaffeetasse leerst. Wenn ich einen Kaffee erstmalig probiere, gibt es diese Zusätze allerdings nicht, denn ich will ja den Kaffee weitestmöglich genau schmecken.

Für die Forscher und Experten: Milch mit 3,5% Fett, Zucker als Raffinade

In meinen ersten Tagen habe ich den Kaffee schwarz mit einem guten Zentimeter Zucker am Boden getrunken und auch heute sehe ich noch Leute in Cafés, die eher dem Gott des Süßen mit einigen Tropfen Kaffee zum Zucker huldigen.

Gretchenfrage: Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?