Dass es im Allgäu nicht nur viele Kühe, schöne Landschaften und deftige Speisen wie saure Kutteln (uaaaah) gibt, ist immer mehr Menschen bekannt. Als eine der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands setzt das Allgäu verstärkt auf Regionalität und lokales Engagement. Dass dies auch nicht vor Kaffees aus allen Herren Ländern Halt macht, zeigt das Beispiel von Huber Kaffee, einer der zahlreichen Spezialitätenröstereien, die mit individuellen Röstungen Finesse in die Regale bringen. Ich habe von Inhaber Andreas Huber Kaffeebohnen zur Verkostung erhalten und stelle meine Favoriten hier vor.

Die Verkostung der Filterkaffees habe ich mit einem Mario V60 Handfilter, der AeroPress und einer French Press vorgenommen. Kaffees für Vollautomaten wurden im DeLonghi Magnifica und ebenfalls mit Handfilter respektive AeroPress bewertet. Als Espressomaschine stand mir eine ECM Barista zur Verfügung.

Noch bevor es an den eigentlichen Test ging, fiel mir die ordentliche Verpackung und beiliegendes Infomaterial auf. Das klingt nicht wirklich spektakulär, aber man erhält doch ab und zu lieblos verstaute Kaffeepackungen, die lustig im Paket herumpurzeln und ohne jede Unternehmensinfo kommen. Vielleicht kommt hier die langjährige Konzernerfahrung von Andreas Huber durch — mir hat es jedenfalls gefallen!

Die Verkostung der Kaffees

Imava Kaffee von Kaffeerösterei Huber im Allgäu

Für mich bei Filterkaffee der beste: Imava aus Burundi.

Zu Beginn habe ich mich an die Filterkaffees gesetzt, namentlich Belissario, Imava und Marisma. Am besten gefiel mir hierbei der Imava Kaffee aus Burundi, der im Vergleich recht fruchtig war und mich an Trauben erinnerte. Die angenehm spritzige Säure und der runde, unaufdringliche Abgang haben den Imava für mich zum Favoriten gemacht. Den Belissario aus Nicaragua mit seiner süßlichen, würzigen Art habe ich für mich auf Platz zwei gesetzt. Besonders in der AeroPress kam dieser besonders gut zur Geltung.

Bei den sortenreinen Kaffees gefiel mir insbesondere der Royal Momotomba aus der Region Jinotega (Nicaragua). Aus dem gleichen Fleckchen Erde kam ja auch schon der Heidelberger Partnerschaftskaffee zu mir und auch der Huber Kaffee aus Nicaragua (strictly high grown) kam bei mir super an: Süßliche nussige Noten, ein tief gehender, runder Kaffee, dessen Säure nur dezent anklingt — ideal gegen den Nachmittagsblues 🙂

Neuland war für mich der Pennys Valley Estate aus Simbabwe, einem Land, das zwar erst seit den 60er Jahren Kaffee anbaut, aber heute schon hohe Qualität hervorbringt. Nach meiner Erinnerung hatte ich bisher noch keinen Kaffee aus Simbabwe in der Tasse und die Huber’sche Kreation zeigte, warum Simbabwe aufholt: kräftiger, voller Körper, schokoladige aber auch süßlich-herbe Fruchtnoten liefern einen spannenden, komplexen Kaffee. Der Abgang ist lang anhaltend.

Der Espresso Generator in der Verkostung

Die Namen sind Programm: Dynamo & Generator als vollmundiges Futter für die Espressomaschine.

Bei den Espressi konnte ich mich nicht recht entscheiden, da mir sowohl Dynamo als auch Generator ausgesprochen gut gefielen. Nach einiger Tüftelei bezüglich des richtigen Mahlgrads und der einen oder anderen geschmacklichen Diskussion kamen wir jedoch zum Schluss, dass man sich nicht immer für nur eines entscheiden muss. Für Entscheidungsfaule gibt es natürlich die Espressi im gemischten 3er Paket 🙂

Insgesamt sind mir die Kaffees aus der Allgäuer Kaffeerösterei Huber sehr positiv in Erinnerung geblieben. Würde ich sie meinem besten Freund empfehlen? In jedem Fall!

Ich danke Herrn Huber für die Kaffees zur Verkostung und für den netten Kontakt!