Unlängst brachte mir meine Tante von einer Uganda-Reise einen Kaffee mit, den ich mir genauer angeschaut habe und im Kaffeebohnen-Test vorstellen möchte. Insgesamt verlief der Test irgendwie enttäuschend, da Erwartungen nicht erfüllt wurden und ich im Nachhinein gelesen habe, dass ugandischer Kaffee als kräftig und sehr fruchtig gilt.

Kaffeebohnen

Die Bohnen machen einen ordentlichen Eindruck und sind leicht ölig glänzend. Bei der Durchsicht sind uns nur wenige Kaffeebohnen mit Defekt aufgefallen, siehe nebenstehendes Bild. Auch ungemahlen verströmen sie einen angenehmen, frischen Kaffeegeruch.

Kaffee aus Uganda: Kira Kawa im Test

Leicht öliger Glanz auf den Kaffeebohnen.

Die Verkostung

Geruch:

Aus dem Tütchen kommend riechen die Kaffeebohnen sehr intensiv. Nachdem die Bohnen gemahlen sind, verfestigen sich schokoladige und leicht fruchtige Eindrücke, wobei immer ein kräftiger Grundton bestimmend ist.

Säure:

Den ersten Schluck nehmend sind wir wie vor den Kopf gestoßen: Der Kaffee hat kaum Säure. Nach der Geruchsprobe hatten wir einen wuchtigen Kaffee erwartet und sind ob der Milde überrascht. Allerdings nicht positiv, denn das Fehlen der Säure lässt den Kaffee lasch werden.

Körper:

Der Kira Kawa hat einen leichten Körper und erinnert mich an einen zu sehr verdünnten Saft.

Abgang:

Der Abgang ist sehr kurz und hinterlässt nichts als Fragezeichen. Wo waren die fruchtigen Noten und warum war dieser vermeintlich kräftige Kaffee so lasch?

Gesamteindruck: Leider enttäuschend

Insgesamt bin ich vom Kira Kawa enttäuscht. Zugegeben, meine Erwartungen waren hoch, da dies meine ersten Bohnen aus Uganda waren und ich schon das eine oder andere mal einen tollen afrikanischen Kaffee getrunken habe. Dass Vorstellung und Realität allerdings so weit auseinander liegen hätte ich nicht gedacht. Nach dem Aufbrühen fällt der Kaffee fast in sich zusammen und auch feiner gemahlen und mit einer höheren Extraktionszeit gelang es mir nicht, mehr aus ihm heraus zu holen.

Dieser Versuch einer Verkostung ist mir lange im Gedächtnis geblieben. Ich habe meine Erfahrungen mit verschiedenen Kaffeeröstern besprochen und sie gaben mir den Tipp, einen Kaffeefilter für die Zubereitung zu nutzen. Ich werde das bei folgenden Kaffeebohnen-Tests berücksichtigen.

Hintergrundinfos

In Uganda angebauter Kaffee ist zu 80% Robusta und nur zu 20% Arabica. Aufgrund des Temperaturanstiegs, könnte sich der Kaffeeanbau in Uganda zukünftig schwieriger gestalten bis nahezu unmöglich werden. Derzeit leben rund 4 Millionen Ugander vom Verkauf der Bohnen und produzieren rund 2,5% der Welternte.

Ugandischer Kaffee ist besonders intensiv und kräftig und wird für seine fruchtige Note geschätzt.