Unlängst habe ich einen Kopi Luwak Kaffee geschenkt bekommen, den ich nun einem Test unterziehen möchte. Aufgrund des hohen Preises würde ich mir wohl ein solches Produkt nicht selbst kaufen (es gibt schließlich auch andere leckere Kaffees zu weit günstigeren Konditionen), doch ist ein Kopi Luwak ja schon eine Sache für sich und mal etwas Anderes in der Rubrik der Kaffeeverkostung.

Kaffeebohnen

Die Kaffeebohnen sind zum überwiegenden Teil einheitlich groß und von nahezu identischer Färbung. Hinsichtlich der überdurchschnittlichen Bohnengröße war ich aber vom Kopi Luwak überrascht, da mich die Maße eher an Maragogype-Kaffee erinnerte. Bei der Durchsicht des Packungsinhalts habe ich keine offensichtlichen Defekte feststellen können, wobei die Bohnen einen sanften, süßlichen Geruch verströmten.

Katzenkaffee Kopi Luwak im Test

Bohnen des Kopi Luwak Kaffees.

Die Verkostung

Geruch:

Nachdem wir die Bohnen durch die Mühle geschickt haben bekräftigt sich der obige Eindruck. Asienreisende kennen diese süßliche Schwere vielleicht vom vietnamesichen Wieselkaffee, wobei letzterer hinsichtlich der gesamtgeschmacklichen Güte nichts mit dem Kopi Luwak gemein hat. Hier findet man nichts Stechendes, Penetrantes, sondern einen milden, süßlich schweren Geruch (in Richtung Süßholz), der eher lockt als abschreckt.

Säure:

Die Säure ist angenehm und rundet den Kaffee sehr gut ab, da sie einen tollen Kontrast zur Süße darstellt. Im Grad der Wahrnehmung bewegt sie sich für mich eher im unteren Drittel, was dem Kaffee aber einen lebendigen und gleichzeitig unaufdringlichen Charakter gibt.

Körper:

Den Körper des Kopi Luwak würde ich als mittel und leicht sahnig einschätzen.

Abgang:

Im langen Abgang zeigt der Kopi Luwak noch einmal alles und bleibt vor allem erdig und nussig (Walnuss) in Erinnerung. Nach einer gewissen Weile (20 Sekunden?) gehen unsere Gedanken allerdings unisono in Richtung einer zartbitteren Schokolade.

Gesamteindruck: Toller Kaffee, wenn nicht…

Der Gesamteindruck des Kopi Luwak fällt für uns erstaunlich positiv aus. Natürlich haben wir versucht, uns von einer Voreingestelltheit zu befreien, was uns meiner Meinung nach gut gelungen ist. Als einer der leckersten Kaffees schwarzer Trinkart würde ich ihn jederzeit vielen anderen Bohnen vorziehen, wenn nicht Preis und Produktionsumstände aufs Gewissen schlügen. Insgesamt ein leckerer Kaffee. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Hintergrundinfos zum Kopi Luwak

Kopi Luwak, oder auch „Katzenkaffee“ genannt, ist eine Rarität und gilt als teuerster Kaffee der Welt. Produziert wird er im eigentlichen Sinne durch die Zibetkatze, eine Schleichkatzenart, welche die Kaffeekirschen frisst und die unverdaulichen Bohnen ausscheidet.

Ausgehend vom Ursprungsgedanken, dass das Tier ausschließlich reife Kirschen frisst und dadurch eine durchschnittlich hohe Kaffeekirschenqualität in den Exkrementen vorzufinden ist, wird der Kopi Luwak auch als einer der besten Kaffees der Welt ins Spiel gebracht. Intensive Vermarktung und weltweite Nachfrage haben allerdings zu Umständen geführt, die tierschutzrechtlich diskutabel sind, um mal das Mindeste zu sagen.