Ich bin ja ein großer Freund der Pressstempelkanne und besitze neben einer "normalen" Bodum French Press mit 1,0l auch das kleinere Exemplar mit 0,35l – und neuerdings auch die Thermo French Press Bodum Columbia über die ich hier einen Testbericht abgeben möchte. Erläutert werden sollen die Fragen, wie die Verarbeitung ist, welche Vor- und Nachteile der Bodum Columbia Kaffeebereiter gegenüber einer normalen French Press aus Glas hat und natürlich ob es sich lohnt, die Thermo-Variante zu kaufen – schließlich ist sie mit 60 Euro aufwärts nicht gerade ein Schnäppchen!

Welche Varianten gibt es?

Den Bodum Columbia Kaffeebereiter gibt es in den Größen

  • 0,35l
  • 0,5l
  • der typischen 1l-Variante
  • und in der großen 1,5 Liter-Version.

Im Test habe ich die Bodum Columbia mit 1,0 Liter  verwendet.

Look & Feel

Bodum Columbia French Press als Thermo-Variante

Schöne Thermoskanne als Frech Press in Edelstahl.

Auf den ersten Blick sieht die Bodum Columbia äußerst edel aus und ich weiß noch wie meine Augen geleuchtet haben, als ich sie aus der Verpackung hob. Das glänzende Edelstahl-Design macht im Vergleich zum klassischen French Press-Look einiges her und einmal in der Hand will man die Kanne gar nicht mehr weggeben. Insbesondere der Griff hatte es mir im ersten Moment angetan, wobei man auch hier betonen muss, dass ich diese Art der Kaffeezubereitung schon fast emotional betrachte. Umso mehr musste mich die Bodum Columbia im Test überzeugen, da schöne Optik ja nicht über gewisse auftretende Probleme hinwegtäuschen sollen.

Fazit zum ersten Eindruck allerdings: 10/10, die Thermo-Kanne ist zum Verlieben!

Material & Verarbeitung

Wie schon angesprochen ist die Bodum Columbia aus Edelstahl gefertigt, was mich natürlich sehr freut. Neben dem bauchigen doppelwandigen Füllkörper besteht die Thermo French Press aus einem angeschweißten Henkel und dem Kolben + Stempel, durch den der gemahlene Kaffee nach unten gedrückt wird. Wie gut das im Vergleich zur klassichen French Press funktioniert, erläutere ich im Abschnitt Kaffee-Test. Auf den Stempel mit Sieb gehe ich in diesem Abschnitt näher ein.

Bezüglich der Verarbeitung lässt sich kaum etwas bemängeln: Es gibt keine unsauber gearbeiteten Stellen, die Schweißnähte, wie sie beispielsweise beim Henkel vorkommen, sind kaum sichtbar und auch Kanten sind gut entgratet. Was besonders schön funktioniert ist der Ausguss, da beim Eingießen des Kaffees kein Tropfen über den "Schnabel" an der French Press herunterläuft, sondern bestenfalls direkt zurück in die Kanne.

Ausguss der Bodum Columbia

Gutes und funktionales Design, das insbesondere beim Eingießen punktet.

Auch das Stempeln funktioniert wie gewohnt, wobei ich sagen muss, dass es hinsichtlich der Filterqualität der Bodum Columbia besser bestellt ist, als bei der klassischen Bodum French Press. Hintergrund ist, dass bei der Thermo-Variante kein spiraliges Metallsieb zum Einsatz kommt, sondern mit einer Gummilippe umringter Kunststoff, der sich perfekt an die Innenwand anpasst. Da ich ja wirklich tagtäglich mit dem einen wie anderen System Kaffee zubereite, kann ich wirklich sagen, dass ich den Einsatz des Gummirings zu schätzen gelernt habe und bei der Bodum Columbia weniger Schwebstoffe im Becher landen.

Weiterer Pluspunkt: Die Bodum Columbia ist spühlmaschinengeeignet.

Anmerkung: Wegen des Edelstahl-Designs ist die Columbia natürlich etwas anfällig für Wasserflecken, doch wem das nicht gefällt, darf getrost bei Kunststoff bleiben und sich über Gerüche und Keime freuen. Mit dem Handtuch drüberwischen poliert die Pressstempelkanne wieder.

Fazit: 10/10 Punkte für die Verarbeitung der Bodum Columbia, hier gibt es nichts auszusetzen!

Vergleich: Bodum Columbia vs. Klassiche French Press

Vergleicht man die Thermo French Press mit dem altbekannten Bodum Kaffeebereiter kann man hinsichtlich des Designs für beide Varianten gute Argumente finden: Hier die glänzende Edelstahl-Kanne, dort die schlichte Presse aus Glas und Metall. Beide sind schön anzusehen und machen sich auch im Regal als dekoratives Element gut. Doch das Design hat meiner Meinung nach einen eminenten Einfluss auf den aufgebrühten Kaffee, was als eindeutiger Nachteil für die Bodum Columbia gewertet werden muss!

Die Verwendung von doppelwandigem Edelstahl verhindert nämlich den Blick ins Innere, für mich auch immer ein Anhaltspunkt dafür, wie gut ich den Mahlgrad des Kaffees gewählt habe. Während man bei einer klassischen French Press also sehen kann, ob der Kaffee, übertrieben gesprochen, durchsichtig oder teerdick ist, brüht man bei der Bodum Columbia blind auf und muss ich auch hinsichtlich der Extraktionszeit auf die Uhr verlassen. Im Test werte ich das als Nachteil, da man davon ausgehen muss, dass viele Nutzer auch nach Sicht gehen und die Bodum Columbia French Press hinsichtlich der primären Extraktionszeit auf einer gestoppten Zeit – oder Glück basiert.

Preis: Mit einem saftigen Aufpreis ist die Bodum Columbia deutlich unvorteilhafter für die erstmalige Anschaffung einer Pressstempelkanne, die üblicherweise mit rund 30 Euro* zu Buche schlägt. Wer allerdings auf die Thermo-Funktion baut oder das Edelstahlmodell als Erweiterung der Küchenutensilien nutzen möchte, der wird mit der Bodum Columbia mehr als glücklich.

Temperatur Test: Jetzt geht's ans Eingemachte!

Während das Bisherige etwas für Philanthrope war geht es nun um die Essenz einer Thermo-Kanne: die Temperatur! Wie heiß ist der Kaffee beim Eingießen in die Tasse und wie groß ist der Temperaturunterschied im Vergleich zur klassischen Bodum French Press? 

Zu diesem Zweck habe ich mir einen guten Freund mit Infrarot-Thermometer bestellt – guter Freund, guter Kaffee! Den gab's im Anschluss an den French Press Test natürlich, aber vorher musste fleißig gemessen werden.

Als Anmerkung möchte ich klarstellen, dass die aufgebrühte Menge Kaffee alles Andere als ideal ist und man immer gemäß der Maximalfüllmenge der French Press Kaffee zubereiten sollte. Für den Test genügte die Menge jedoch allemal.

Temperatur Test Kaffeebereiter Bodum Columbia

28 Grad bedeutet: geringe Wärmeabstrahlung an die Umwelt.

Temperatur Test Bodum French Press

75 Grad Außentemperatur - klar, dass da etwas verloren geht!

So lief der Test

  1. Zu allererst haben wir in jede Pressstempelkanne die gleiche Menge kochendes Wasser gegeben und dieses exakt die gleiche Zeit darin gelassen, um die French Press vorzuheizen (schließlich wollten wir den Kaffee nach dem Test auch trinken 😉 ).
  2. Anschließend wurde der gemahlene Kaffee eingefüllt und mit der exakt gleichen Menge kochenden Wassers (auch hier aus Rücksicht auf Messbarkeit und Test-Szenario der Hinweis, dass das nicht optimal ist) aufgegossen und 4 Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen gelassen.
  3. Während der Kaffee extrahierte haben wir in preußischer Genauigkeit die Tassen vorgewärmt, wie es auch im täglichen Kaffeekosum Usus sein sollte.
  4. Nochmals mit dem Thermometer die Temperatur abgeglichen – passt!
  5. Synchron wie im russichen Wasserballett haben wir den Kaffee in die Tassen gegossen, nachgemessen und siehe da: So groß ist der Unterschied nicht! 3 Grad Unterschied Verlust für die French Press über eine Dauer von gut 4 Minuten. Ich hatte mit mehr gerechnet!
Kaffeebereiter Test: French Press vs. Bodum Columbia

3,2 Grad Unterschied in der Tasse. Der Thermo-Kaffeebereiter siegt (natürlich) im Vergleich.

Sinnfrage: Benötigt man eine Thermo French Press?

Eigentlich bin ich jemand, der gerne nur das besitzt, was man unbedingt benötigt. Im Kaffee-Bereich scheitere ich hierbei deutlicher und stärker als bei anderen Themen, dennoch frage ich mich auch als Freund zahlreicher Kaffeeutensilien: Braucht man eine French Press mit Thermo-Funktion wirklich? Die typische Eigenschaft einer Thermoskanne ist doch, dass man auch nach Stunden noch ein heißes Getränk bekommt, was ja für Kaffee in erster Linie gar nicht so schlecht ist. Doch gerade eine French Press mit dem sich im Wasser befindlichen Mahlgut erscheint mir denkbar ungeeignet für eine Thermo-Variante, da ich vermute, dass der Kaffee mit der Zeit überextrahieren wird. Dies konnte ich im ersten Test nicht prüfen, werde aber nachbessern und einen geschmacklichen Test nach bestimmten Zeitintervallen (inklusive Temperaturmessung) anbieten.

Aus Gadget- und Küchensicht ist die Bodum Columbia allemal empfehlenswert und wem die 3,2 Grad Unterschied im Vergleich zur klassischen French Press übel aufstoßen, dem kann ich die Bodum Columbia nur wärmstens ans Herz legen!

Zu (vor-) letzt: Reinigung

Die Reinigung der Bodum Columbia ist unkompliziert und ist innerhalb von 30 Sekunden geschehen. Da das Innenmaß mit rund 9 Zentimetern bemessen ist, kann man bequem mit der Hand abspühlen, ohne Gefahr laufen zu müssen, sich das Teil später von der Hand flexen zu lassen. Wem das zu umständlich ist, kann die French Press auch getrost in die Geschirrspühlmaschine stellen, da alle Teile spühlmaschinengeeignet sind.

Fazit: Lohnt sich die Bodum Columbia?

Vergleicht man die negativen Punkte wie den erhöhten Preis, die Wasserflecken-"Problematik" (die eher lächerlich ist) und vielleicht die Sinn-Frage mit den Argumenten die für die Anschaffung einer Bodum Columbia stehen, würde ich alles in allem eine Kaufempfehlung aussprechen. Wer das Geld ausgeben möchte, wird eine sauber gearbeitete, warmhaltende Pressstempelkanne erhalten, die den hohen Ansprüchen an Bodum'sche Qualität mehr als entsprechen.

Bodum Columbia
  • Preis-Leistung - 7/10

    7/10

  • Verarbeitung - 10/10

    10/10

  • Geschmack - 10/10

    10/10

  • Für täglichen Gebrauch geeignet - 8/10

    8/10

Kurzfassung

Insgesamt ist die Bodum Columbia eine tolle Erweiterung der Zubereitungsutensilien. Besonders für größere Runden und Situationen, in denen man den Kaffee nicht sofort trinkt, ist die Thermofunktion toll.

8.8/10
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